Angie Baric – Unsere Kleopatra vom LCA im Interview mit Alessa Prochaska

Angie Baric – Unsere Kleopatra vom LCA im Interview mit Alessa Prochaska

Liebe auf den ersten Blick gibt es ja eher selten. Aber der Ladies Circle war für Angie love at the first sight. Ich durfte sie besuchen und ihr Löcher in den Bauch fragen. Für jeden, der Angie nicht kennt: Lesen Sie die Antworten stets mit einem freundlichen Unterton und einem ansteckendem Lacher.

April 2014 ist es passiert. Angie war bei ihrer Hausärztin. Banal möchte man meinen, aber diese besagte Ärztin, Marlene, sollte später dann neben Angie das erste Gründungsmitglied des Linzer Ladies Circle werden. Mein Arzt verabschiedet sich meist mit den Worten „Und brav bleiben – schauens, dass gsund werden!“. Bei Angie und Marlene war das anders:

Wie ist der Ladies Circle Linz geboren worden?

Ich war bei Marlene, meiner Hausärztin. Sie meinte „Du und Angie übrigens: gründen wir einen Ladies Circle.“ Und ich hab sie gefragt, was das sein soll. Sie hat mir dann erklärt, dass das ein Service Club ist bei dem es um karikative Dinge geht. Und mehr brauchte ich gar nicht mehr hören. „Sicher mach ma des!“

Und schon hier wird klar, dass Angie eine Frau der Tat ist. Seltenes Exemplar, denken Sie sich? Das dachte ich auch! Bis ich dann selbst zum Ladies Circle eingeladen wurde. Dort ist ein Ballungsraum für diesen Schlag von Frauen. Diskutieren manche wegen Kleinigkeiten, so werden hier die Fakten auf den Tisch gelegt und mit Herz und Hirn wird entschieden. Sehr erfrischend. Aber zurück zu unserem Highlight Gast Angie Baric.

Nach dem Entschluss hat es nicht lange gedauert und schon wurde das erste Protokoll geschrieben und die ersten Mitglieder wurden gefunden. Geholfen haben da natürlich die großen Freundeskreise. Schließlich ist Mundpropaganda noch immer die beste Art der Werbung. Eine große Unterstützung war auch die damalige Charter-Präsidentin, Mary. Sie ist den beiden Mädels mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Wer hat euch bei der Gründung geholfen?

„Mary war die damalige LCA Präsidentin, die uns geleitet, geführt und auch besucht hat. Fast wöchentlich haben wir uns ausgetauscht. Für mich war es immer sehr beeindruckend, woher sie bitte so viel über den Club und die Organisation und über die Mitglieder wissen kann. Sie ist auch mitverantwortlich, dass der LCA beim LC 10 so einen hohen Stellenwert hat.

Der LCA hat ja bei dir im Leben jetzt wirklich einen sehr hohen Stellenwert. Schließlich bist du jetzt LCA Präsidentin. War das von Anfang an ein Wunsch von dir?

„Der Rat und die Hilfe von Mary waren für uns einfach unbezahlbar. Sie war ein wenig mein Vorbild und ich hab mir nie und nimmer gedacht, dass ich jemals in ihre Fußstapfen treten werde. Angefangen hat alles bei einem Mittagessen mit Stephie, die damalige Vize-Präsidentin. Sie hat mich gefragt, ob ich nicht ihre Vize-Präsidentin werden möchte. Da hat sie zuerst eine Absage von mir bekommen. Ich war mir einfach nicht ganz sicher. Beim darauffolgenden Meeting mit meinem Club habe ich das Thema angesprochen und nach dem ich so viel positives Feedback bekommen hatte, konnte ich mich einfach nur erstaunt in meinen Sessel fallen lassen und sagen „Ja, passt. Dann mach ich‘s!“

Also war es eigentlich der Gruppenzwang 😊 

Haha, ja. Manche fangen dadurch zum Rauchen an. Ich bin deswegen glücklicherweise LCA Präsidentin geworden.

Und als LCA Präsidentin hast du auch viel mit dem Round Table zu tun. Wie schätzt du diese Beziehung ein?

Es ist eine sehr gute Beziehung und das finde ich auch wichtig, dass es so gut läuft. Wir unterstützen uns gegenseitig und lernen voneinander. Mittlerweile machen wir auch viele Projekte gemeinsam. Das Circular ist das das älteste Side-by-Side Projekt und auch die Weihnachtspackerlaktion wird jedes Jahr erfolgreich von beiden Seiten durchgeführt. Im März fahren wir dann gemeinsam nach Wien und werden das memorandum of understanding erneut unterschreiben. Gemeinsam mit Agora und Club 41.

Es gibt einige Service Clubs – warum Ladies Circle?

Auf jeden Fall die Frauenpower. Und die Altersbegrenzung. Meiner Meinung nach ist genau das der Grund, wieso der Ladies Circle immer einen jungen und modernen Ansatz haben wird. Die älteren Mitglieder scheiden aus, um Platz für neue zu machen. Das finde ich richtig.

Wenn du jemand anderen Ladies Circle erklären möchtest, wie machst du das?

Wir sind engagierte Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die sich für die gute Sache einsetzen. Das wichtigste Moto für uns ist: Friendship and Service. Man sieht  das auch ganz genau an unserem Logo, an dem Kompass vom LCA. Dieser soll Freundschaft und Hilfsbereitschaft in alle Himmelsrichtungen ausstrahlen. Und das zeigt sich in den zahlreichen internationalen Freundschaften und weltweiten gemeinsamen Projekten. Ich bin so stolz auf die 5 Millionen Euro, die der Ladies Circle weltweit gespendet hat. Echt wow!

Wenn es nach dir ginge, wäre das wahrscheinlich mehr. Weil ich dich als jemanden kennengelernt habe, der seeeehr gerne gibt.

Haha, ja. Ich gebe gerne. Und deswegen ist eben der Mix der verschiedenen Persönlichkeiten im Club so wichtig. Die einen hinterfragen die Fälle genauer, die anderen denken da weniger darüber nach und so kommt der perfekte Charity-Misch am Ende raus. Am liebsten wäre mir natürlich, wenn es allen Menschen mindestens so gut ginge wir mir. Das würde ich mir wünschen. Das ist meine Vision.

Wow. Ich denke aus professioneller und fachlicher Sicht können wir diesem Interview nichts mehr hinzufügen. Deshalb komme ich jetzt zum Abschluss mit ein paar unkonventionellen Fragen 😊 

Wen würdest du gerne mal treffen? Er oder Sie kann tot oder lebendig sein.

Kleopatra. Sie hat mich schon immer fasziniert. Solch eine Macht als Frau in so einer Zeit zu haben. Das ist schon sehr beeindruckend.

3 Dinge für die du dankbar bist?
Für meine Mama. (Das kam aus der Pistole geschossen!), für meine Gesundheit und für meine Freunde. Da ich hier in Österreich nur wenig Familie habe, bin ich sehr stolz und dankbar für die Familie, die ich mir ausgesucht habe 😊 .

Dein Traumberuf?

Nachrichtensprecherin.

Was machst du nach Ladies Circle.

Ich werde mein Soziologiestudium beenden und ich werde einen Agora Club gründen.

Okay, anscheinend ist eine Club-Gründung für dich im Leben nicht genug 😊  Sehr erstrebenswert. Zum Abschluss eine Frage, die vielleicht die Welt verändern wird: Welches Obst wärst du gerne?

Eine Erdbeere. Süß und nettes Inneres und manche sind allergisch drauf. Man kann es schließlich nicht jedem recht machen.